Was ist Billard?

Karambolage- und Poolbillard
  Der BSC hat sich dem klassischen und anspruchsvolleren Karambolage-
billard verschrieben, nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Version
dem Pool- oder Lochbillard. Während es dort 15 verschiedenfarbige Kugeln
in Löcher an den Banden zu versenken gilt, wird Karambolage ohne Löcher,
mit einer ganz anderen Absicht und nur drei Kugeln gespielt - einer weißen
mit einer nur aus der Nähe sichtbaren Markierung, einer ganz weißen und
einer roten. Ziel des Spiels ist, mit dem sog. Spielball (eine der
beiden weißen Kugeln) die beiden anderen "Bälle" - so die axekte Billard-
Terminologie - zu treffen. Gelingt der Stoß, gilt eine Karambolage als
ausgeführt un ein Punkt als erzielt. Solange er punkten kann, bleibt der
Spieler am Tisch (oder Brett) und erhält sich Chance, eine größere Serie
zu erzielen. Erst wenn ihm ein Fehlstoß unterläuft, kommt der Gegner an die
Reihe und hat er die Aufnahme beendet. Dieses Prinzip zieht sich durch alle
Spielarten (Disziplinen).

Kleine Billardgeschichte
  Der griechische Philosoph Anacharis berichtete bereits um 218 v. Chr. von
einem Spiel mit Kugeln, das dem heutigen Karambolagebillard sehr ähnlich
war. Beginnend mit dem 13. Jahrhundert finden sich in der Sportgeschichte
der Mittelalters immer wieder Hinweise auf Kugel- und Kegelspiele, die als
Vorläufer des heutigen Billards anzusehen sind. Das Karambolage ist die
französische Variante der Billards; in Frankreich wurde auch das bis heute
gültige Regelwerk fixiert, ebenso ist Französisch die klassische Billardspra-
che. Den ersten in Geschichtsbüchern erwähnten Billardtisch ließ König
Louis Xi. im Jahre 1470 bauen. Schon die ersten Billardtische waren mit
jenem grünen Tuch bespannt, das auch noch heute als typisch für Billard gilt.

Die Freie Partie
  Die Grundspielart ist die sogenannte Freie Partie, in der keine weiteren
Regeln vorschreiben, wie die Karambolage zu erfolgen hat. Auf diese Art
kann es passieren, dass ein Spieler in einer Aufnahme entweder gar keinen
Point oder eine Serie (mehrere Karambolagen hintereinander) erzielt - denk-
bar ist jede in der Partielänge enthaltene Zahl. Nehmen wir an, ein Spieler
benötigt bei einer Partielänge von 300 Points zehn Aufnahmen, um diese zu
erreichen, dann hat er einen Durchschnitt (Points dividiert durch Aufnahmen)
con 30,0 gespielt. Indem man sämtliche in einem Turnier erziehlten Points zu-
sammengezählt und durch die gesamten Aufnahmen teilt, errechnet man den
sogenannten Generaldurchschnitt (GD) des jeweiligen Spielers in diesem
Turnier.

Generaldurchschnitt und Klassen
  Der Generaldurchschnitt ist der objektive Gradmesser für die Spielstärke.
Nach dem GD in der Freien Partie werden die Klassen - von 7 (niedrigste) bis
1 (höchste) - eingeteilt und die Ranglisten der Vereine aufgestellt. Ab der
Saison 1989/90 (Beginn September) gilt in der Freien Partie folgende
neue Klasseneinteilung mit teilweise angehobenen Grenzen: Klasse 7 GD 0
bis 1,99; KLasse 6 GD 2,0 bis 3,99; Klasse 5 GD 4,0 bis 6,99; Klasse 4 GD
7,0 bis 11,99; Klasse 3 GD 12,0 bis 19,99; Klasse 2 GD 20,0 bis 39,99; Klasse
1 GD ab 40,0. Bayrische Meisterschaften werden ab Klasse 3 ausgespielt.
Der BSC hat nach seiner aktuellen Rangliste vier Aktive in der Klasse 1,
einen in Klasse 2, vier in Klasse 3, zwei in Klasse 4, fünf in Klasse 5, vier
in Klasse 6 und elf in Klasse 7.

Weitere Spielarten
  Neben der Freien Partie gibt es noch weitere Spielarten, die bestimmte
Vorschriften zur Ausführung der Karambolage auferlegen. In der Disziplin
Einband muss der Spielball mindestens einmal die Bande berührt haben, ehe
die Karambolage vollendet wird. Im Dreiband muss der Spielball - wie der
Name schon sagt - vor der Karambolage über mindestens drei Banden laufen.
Im Cadre schließlich werden auf dem Billardtisch Felder eingezeichnet, in
denen jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Karambolagen erziehlt werden
darf, ehe einer der beiden angespielten Bälle das Viereck wieder verlassen
muss. Als die für den Billard-Laien attraktivsten und spektakulärsten Diszi-
plinen gelten Dreiband und Kunststoß, das durch seine Regeln aber aus dem
Rahmen der anderen Spielarten fällt. Beim Kunststoß müssen genau vorge-
gebene Figuren mit verschiedener Wertigkeit und Punktzahl gelöst werden,
wobei der Spieler jeweils drei Versuche zur Verfügung hat. Der nicht
fachkundige Zuschauer wird jene Spielart bevorzugen, bei denen die Bälle
den weitesten Weg zurücklegen und nicht die Freie Partie, in der Spitzenspie-
ler die Bälle auf engsten Raum zusammenhalten und viele Points erzielen
können. Billardspieler allerdings wissen, dass jede Disziplin gleich schwer
ist, will man sie auf einem hohen Niveau spielen.

Das Spielmaterial
  Queue heißt in der Fachsprache der "Billardstock", an dessen vorderster
Spitze ein Leder aufgeklebt ist. Queues gibt es - je nach Spielart - mit ver-
schiedenem Gewicht und unterschiedlichem Durchmesser des Leders. Die
Billardkugeln bestehen heute - im Gegensatz zu früheren Tagen - nicht mehr
aus Elfenbein, sondern aus nicht so teurem, strapazierfähigem und eine
gleichmäßige Qualität gewährleistendem synthetischen Kunstharz. Die
drei Turniertische des BSC haben die Normalgröße von 2,10 mal 1,05 Meter
Spielfläche (Außenrand 2,36 mal 1,31 Meter). Spielfläche und Banden sind
mit einem hochwertigen grünen Tuch bezogen. In die 40 Millimeter dicke
und 600 Kilogramm (!) schwere Schieferplatte sind Heizdrähte eingearbei-
tet, die das darauf gespannte Tuch per Thermostat auf eine Temperatur von
33 bis 34 Grad erwärmen. Das nimmt die Feuchtigkeit aus dem Tuch und
verbessert den Lauf der Bälle.

Ein guter Billardspieler...
  ... muss zwar keine sportlichen Kraftakte vollbringen, aber eine ganze Reihe
verschiedener Eigenschaften besitzen: einsicheres Auge, eine ruhige Hand,
gute Nerven, Konzentrationsfähigkeit, Trainingseifer, Phantasie und Vor-
stellungsvermögen für den Lauf der Bälle. Diese "Tugenden" allein machen
aber immer noch keinen Spitzenspieler. Wer sie in einem kraftraubenden
Turnier über zwei Tage, an denen oft von morgens bis spät in die Nacht
gespielt wird, ohne größeren Leistungsabfall umsetzen will, bei dem muss
auch die körperliche Verfassung stimmen. Kondition und Fitness stehen hier
in enger Beziehung zum mentalen Leistungsvermögen. Deshalb trägt der
BSC das S für Sport in seinem Vereinsnamen.